Hohe Arbeitslosigkeit in den westlichen Industrieländern und Wettbewerbsprobleme
Joachim Volz and
Gustav Horn
DIW Wochenbericht, 1993, vol. 60, issue 40, 548-553
Abstract:
Ein Anstieg der Arbeitslosigkeit in den westlichen Industrieländern im Gefolge einer wirtschaftlichen Flaute ist keine neuartige Erscheinung. Während der rezessiven Wirtschaftsentwicklung Mitte der siebziger und Anfang der achtziger Jahre war die Arbeitslosigkeit ebenfalls sprunghaft gestiegen. Besorgniserregend ist aber, daß trotz einer langen Aufschwungsperiode in den achtziger Jahren in vielen Ländern Europas die Arbeitslosigkeit nicht in gleichem Maße wieder abgebaut wurde und am Ende des wirtschaftlichen Booms, im Jahre 1990, oftmals noch deutlich über dem Niveau von 1980/81 lag. Über den gesamten konjunkturellen Zyklus von 1981 bis 1993 betrachtet, hat sich die Zahl der Arbeitslosen in den OECD-Ländern von etwa 24 Millionen auf über 35 Millionen erhöht, und dies, obwohl in einigen Ländern die Zahl der Beschäftigten in den achtziger Jahren erheblich stärker stieg als die Erwerbsbevölkerung. Als einer der maßgeblichen Faktoren für die Entwicklung der Arbeitslosigkeit werden insbesondere in Europa immer wieder Standortprobleme im Sinne einer verringerten internationalen Wettbewerbsfähigkeit genannt. Der vorliegende Bericht beleuchtet anhand der Lohnstückkostenentwicklung einen wichtigen Aspekt dieser Diskussion.
Date: 1993
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