Deutsche Wirtschaft noch in der Defensive: Aber erste Anzeichen für ein Ende des Abschwungs
Andrej Drygalla,
Franziska Exß,
Katja Heinisch,
Oliver Holtemöller,
Martina Kämpfe,
Boris Kozyrev,
Axel Lindner,
Sukanya Mukherjee,
Alessandro Sardone (),
Christoph Schult,
Birgit Schultz and
Götz Zeddies
Konjunktur aktuell, 2024, vol. 12, issue 2, 34-90
Abstract:
Seit Beginn des vergangenen Jahres expandiert die Weltwirtschaft in moderatem Tempo. Allerdings gerät in den USA das Inflationsziel von 2% zusehends außer Reichweite, und die US-Zentralbank wird ihren Leitzins, anders als an den Finanzmärkten noch zu Jahresbeginn erwartet, im Sommer wohl nicht senken. Die Revision von Inflations- und Leitzinserwartungen insbesondere, aber nicht nur für die USA hat zu einem Wiederanstieg der Kapitalmarktzinsen geführt. Dagegen hat die chinesische Wirtschaftspolitik ihre Bemühungen um eine Eindämmung der Immobilienkrise zuletzt noch einmal verstärkt. Jüngste Umfragen lassen auf eine Verbesserung des globalen Geschäftsklimas im Frühsommer schließen. Dennoch bleiben die Aussichten für die internationale Konjunktur durch die recht hohen Zinsniveaus und eine in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften zumeist eher restriktive Finanzpolitik leicht eingetrübt. Insgesamt ist für die Weltwirtschaft mit einer leichten Abschwächung des moderaten Expansionstempos zu rechnen. Für Deutschland vermehren sich in der ersten Jahreshälfte 2024 die Anzeichen für eine konjunkturelle Besserung. Dank etwas stärkerer Exporte und eines vorübergehenden Anstiegs der Bauproduktion hat die Produktion zu Jahresbeginn wieder etwas expandiert. Der private Konsum schrumpfte dagegen. Zu vermuten ist, dass die einmaligen Inflationsausgleichszahlungen zunächst zum großen Teil gespart worden sind. In den kommenden Quartalen werden auch real weiter steigende Arbeitnehmereinkommen zu einer Ausweitung des privaten Konsums führen. Bremsend wirkt dagegen, dass die Erwerbstätigenzahl wegen der schwachen Konjunktur in den nächsten Monaten leicht sinken dürfte. Alles in allem wird die Produktion im Sommerhalbjahr wohl nur verhalten ausgeweitet. Dass die deutsche Wirtschaft dennoch auf Erholungskurs ist, darauf deutet die zuletzt deutlich gestiegene Erwartungskomponente des ifo Geschäftsklimas hin. Dabei spielt auch eine Rolle, dass die Exporte weiter moderat steigen dürften. Die Belebung dürfte ab dem Herbst Fahrt aufnehmen.
Keywords: Arbeitsmarkt; Bauwirtschaft; Bruttoinlandsprodukt; China; Deutschland; Exporte; Euroraum; Finanzpolitik; Fußball-Europameisterschaft; Geldpolitik; Inflation; Immobilienmarkt; Industrie; Konjunktur; Konsum; Löhne; Ostdeutschland; Produktion; Prognose; USA; Verarbeitendes; Gewerbe; Weltwirtschaft; wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland; Wirtschaftswachstum; Zölle (search for similar items in EconPapers)
Date: 2024
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