Rosenbusch, Harry
- Lebensdaten
- 1836 – 1914
- Geburtsort
- Einbeck
- Sterbeort
- Heidelberg
- Beruf/Funktion
- Geologe ; Petrograph ; Mineraloge ; Petrologe
- Konfession
- lutherisch
- Normdaten
- GND: 11662289X | OGND | VIAF: 19768976
- Namensvarianten
-
- Rosenbusch, Karl Harry Ferdinand
- Rosenbusch, Harry
- Rosenbusch, Karl Harry Ferdinand
- Rosenbusch, Carl H.
- Rosenbusch, Carl Harry Ferdinand
- Rosenbusch, Carl Heinrich Ferdinand
- Rosenbusch, H.
- Rosenbusch, Harry Ferdinand
- Rosenbusch, K. H. F.
- Rosenbusch, K.H.F.
- Rosenbusch, Karl Harry
- Rosenbusch, Karl Harry Ferd.
- Rosenbusch, Karl Henry Ferdinand
- Rosenbusch, Karl H.
- Rosenbusch, Karl Heinrich Ferdinand
- Rosenbusch, Carl Harry
- Rosenbusch, Carl Harry Ferd.
- Rosenbusch, Carl Henry Ferdinand
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Rosenbusch, Karl Harry Ferdinand
Geologe und Petrograph, * 24.6.1836 Einbeck, † 20.1.1914 Heidelberg. (lutherisch)
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Genealogie
V →Georg Heinrich Wilhelm (1808–43), Waisenhauslehrer in E., S d. Ernst Christian, Bergmann, u. d. Sophie Henriette Christiane Winter;
M Luise Friederike Henriette (* 1812), Handarbeitslehrerin, T d. Gottfried Püschel, Pedell bzw. Maire, u. d. Philippine Augustine Friederike Köhler, alle aus St. Andreasberg;
⚭ 1869 Auguste (1845–1929), T d. Georg Heinrich Wilhelm Müller, Bauer in Salzderhelden b. E., u. d. Dorothea Henriette Wiese;
1 S (früh †), 1 Pflege-S († 1877). -
Biographie
Mit 7 Jahren Halbwaise, wuchs R. in bescheidenen Verhältnissen auf. Dennoch ermöglichte die Mutter ihm und seinem Bruder eine solide Ausbildung. Nach Abschluß des Gymnasiums Andreanum in Hildesheim begann R. 1855 in Göttingen Philologie und Theologie zu studieren, brach 1857 sein Studium ab und nahm in Bahia (Brasilien) eine Hauslehrerstelle an. Von dort kehrte er 1862 mit drei Zöglingen nach Deutschland zurück, die in Freiburg (Br.) und Heidelberg studierten. R. hörte 1865/66 bei →Robert Wilhelm Bunsen (1811–99) und →Johann Reinhard Blum (1802–83) in Heidelberg Chemie- und Mineralogievorlesungen, die ihn bewogen, sich ganz den Naturwissenschaften zuzuwenden. Seine Dissertation über den „Nephelinit vom Katzenbuckel“ (Freiburg 1868) wurde nach einer Erweiterung auch als Habilitationsschrift angenommen, und R. wurde noch im selben Jahr Privatdozent für Mineralogie. Anfang 1869 reiste er nach Brasilien, um den 10jährigen Sohn des Viconte d'Araujo abzuholen, den er in Pflege nahm.
R.s petrographisch-petrologisch ausgerichtete Vorlesungen begannen im Wintersemester 1869/70 in seiner Wohnung (1871 ao. Prof.). 1873 erschien der erste Band seines Hauptwerks „Mikroskopische Physiographie der Mineralien und Gesteine“. Es war als „Hilfsbuch“ für die neue Dünnschlifftechnik konzipiert, die R. als optische Methode der Mineralbestimmung etablierte. Der 2. Band (1877) strukturierte und klassifizierte die magmatischen Gesteine. Mit diesen bahnbrechenden Werken (⁵1924/27) übernahm R. eine führende Position in der Petrographie. 1873 wurde er an den Lehrstuhl für Petrographie der Univ. Straßburg berufen. Über seine Lehrtätigkeit hinaus war er an der geologischen Landesaufnahme Elsaß-Lothringens beteiligt. 1877 folgte R. einem Ruf als o. Professor der Mineralogie und Geologie nach Heidelberg (em. 1908). 1909 schenkte er der Universität seine bedeutende, noch heute existierende Gesteinsammlung. Einen 1883 ergangenen Ruf als Ordinarius nach Straßburg lehnte er ab.
Mit der Gründung der „Ghzgl. Bad. geol. Landesanstalt“ 1888 ernannte man R. zum Geh. Bergrat und Direktor dieser Behörde (Pensionierung 1907 als Geh. Oberbergrat). Im Ruhestand wandte sich R. philologischphilosophischen Themen zu.|
-
Auszeichnungen
Benennung d. Minerals „Rosenbuschit“ durch Waldemar Ch. Brøgger (1887);
Mitgl. d. Ak. d. Wiss. in Göttingen (1882), Berlin (1887), München (1902), Wien (1904) u. Heidelberg (1909);
Kommandeur d. Ordens v. Zähringer Löwen (1894, II. Kl. 1901);
Stern z. Ghzgl. Orden Berthold I. (1908);
Geh. Rat II. Kl. (1903): Wollaston-Medaille d. Geological Soc. of London (1903);
e. 1907 angetragene Ehrendoktorwürde d. Univ. Cambridge konnte R. nicht entgegennehmen. -
Werke
Mikroskop. Physiogr. d. Mineralien u. Gesteine, I: Mikroskop. Physiogr. d. petrograph. wichtigen Mineralien, 1873, ²1885, ³1892, ⁴1904/05 bearb. v. E. A. Wülfing, II: Mikroskop. Phvsiogr. d. massigen Gesteine, 1877, ²1896, ³1896, ⁴1907/08;
Über Struktur u. Klassifikation d. Eruptivgesteine, in: Tschermaks mineralog. u. petrograph. Mitt. 12, 1891, S. 351-96;
Elemente d. Gesteinslehre, 1898, ³1910. -
Literatur
L. Milch, in: Zs. d. Dt. Geolog. Ges. 66, 1914, S. 129-61 (P);
F. Schalch, H. R., Begr. u. Dir. d. Bad. geolog. Landesanstalt 1888-1907, in: Mitt. d. Ghzgl. Bad. geolog. Landesanstalt 7, 1914, S. V-XIX (P);
E. A. Wülfing, in: SB d. Heidelberger Ak. d. Wiss., Math.-naturwiss. Kl. Abt. A, 1914, S. 1-23 (P);
ders., in: Cbl. f. Mineral., Geol. u. Paläontol. 1914, S. 289-99 (W-Verz., P);
Drüll, Heidelberger Gel.lex. I;
Lex. Naturwiss.;
– Archivstudien:
Gen.landesarchiv Karlsruhe;
Kirchenbüro St, Andreasberg;
Amtsgericht Heidelberg. -
Porträts
Photogrr. v. M. Kögel, 1907 (Univ.archiv, Univ.bibl. u. Kurpfälz. Mus. Heidelberg).
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Autor/in
Barbara Sperling -
Zitierweise
Sperling, Barbara, "Rosenbusch, Harry" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 65-66 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11662289X.html#ndbcontent